1912 – 1936: Prof. Hans Wagner-Schönkirch (1872-1940) / Gründer und Ehrendirigent

Wagner-Schönkirch (der Beiname wurde von ihm selbst hinzugefügt, um nicht mit einem bekannten Grazer Verleger verwechselt zu werden) war ein österreichischer Musikpädagoge, Komponist und Chorleiter. Er absolvierte die Lehrerbildungsanstalt in Krems und war von 1892 bis 1896 Leiter des Kremser Gesang- und Orchestervereins. Von 1898 bis 1901 war er Chormeister des Wiener Männerchors (gegründet 1863), von 1901 bis 1906 des Wiener Akademischer Gesangvereins, von 1906 bis 1907 des Wiener Singvereins und von 1901 bis 1910 neben Adolf Kirchl des Wiener Schubertbundes. 1910 gründete er die erste Wiener Kindersingschule. 1912 bis 1940 war er Leiter des Wiener Lehrer-a cappella-Chores. Er liegt in einem Ehrengrab der Gemeinde Wien begraben.

1922: Arthur Johannes Scholz (1883-1945)

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Breslau absolvierte Scholz ein Studium der Violine, Oboe, Flöte und Klarinette an der Orchesterschule im schlesischen Goldberg. Außerdem erhielt er Privatunterricht in Theorie, Gesang und Orgel. Zunächst war er als Organist in Wien tätig, später als städtischer Kapellmeister und Leiter der Orchesterschule in Spalato (Dalmatien). Ab 1909 arbeitete er als Musikdirektor in Olmütz und Theaterkapellmeister am dortigen Theater. Er dirigierte 1922 den Wiener Lehrer-a cappella-Chor und ab 1928 den Wiener Sängerbund. Er war Gründer und Dirigent der Wiener Chorschule. Ab 1932 lehrte er an der Wiener Musikakademie, zuletzt als ordentlicher Professor. Des Weiteren war er sehr erfolgreich als Komponist tätig.

1922 – 1923: Franz Leo Human (1894-1957)

Human war ein österreichischer Komponist, Chordirigent und Musikpädagoge. Er wirkte in Wien als Dirigent des Simmeringer Männergesangsvereins und war Musikpädagoge an der Lehrbildungsanstalt in der Wiener Hegelgasse. Gemeinsam mit Erwin Leuchter komponierte er die Musik zu Robert Ehrenzweigs „Das Große Festspiel“, die zur Eröffnung der 2. Arbeiter-Olympiade 1931 in Wien aufgeführt wurde. Zur gleichen Zeit veröffentlichte er mit Viktor Korda eine Volksliedersammlung, die vom Österreichischen Arbeiter-Sängerbund herausgegeben wurde. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft kam er nach Weitra. Hier leitete er einen Kinderchor, wirkte als Kantor und Organist und gründete mit seiner Frau Karoline 1949 die städtische Musikschule. Seine Kinderoper „Die Stadt“ wurde 1948 im Weitraer Schlosstheater uraufgeführt. Das Werkverzeichnis Humans umfasst einhundert Kompositionen, darunter viele Lieder und Chorwerke.

1936 – 1939: Prof. Dr. Reinhold Schmid (1902-1980)

Schmid war Chorleiter, Pädagoge und Komponist. 1914 bis 1917 war er Sängerknabe in Klosterneuburg. Nach seiner Matura in Feldkirch absolvierte er ein Studium an der Kirchenmusikabteilung der Wiener Musikakademie (Staatsprüfungen in Klavier, Orgel, Gesang sowie Lehramtsprüfung für Mittelschulen) und das Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien (Dr. 1929). Zunächst wirkte er als Chorleiter, Regens chori und Musiklehrer in Klosterneuburg, dann gab er Unterricht an der Lehrerbildungsanstalt in Wien. 1933 bis 1938 war Schmid Leiter des Chors der Karlskirche (Wien I), 1936 bis 1938 Dirigent des Wiener Lehrer-a-cappella-Chors und 1940 bis 1945 Chormeister des Wiener Singvereins sowie des Wiener Schubertbundes. 1946 war er am Wiederaufbau der Wiener Singakademie beteiligt und gründete 1947 den Wiener Kammerchor, den er bis 1953 leitete. Als Nachfolger von Ferdinand Großmann war er dann bis 1966 Chordirektor des Singvereins und auch Direktionsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde. Ab 1939 unterrichtete Schmid an der Musikakademie, ab 1959 als Leiter der Abteilung für Musikerziehung bzw. Chorleitung. Er gründete den Akademie-Chor und eine Chorleiterschule, die er bis 1973 selbst leitete.

1945 – 1948: Musikdirektor Rudolf Pehm (1887-1953)

Pehm war Beamter, Chorleiter und Komponist. Er war Sängerknabe im Stift Heiligenkreuz, wo er bei H. Fink (Klavier, Orgel, Theorie) studierte. Weitere Studien absolvierte er bei R. Fuchs (Kontrapunkt, Komposition) an der Musikakademie. Hauptberuflich als Beamter tätig, wirkte er auch als Dirigent, Musiklehrer, Chormeister (Gesangverein Österreichischer Eisenbahnbeamter, Wiener Liedertafel, Wiener Lehrer-a-cappella-Chor) und Instrumentalbegleiter. 1942 bis 1945 war er Intendant der Wiener Symphoniker, die er auch mehrmals dirigierte.

1951 – 1953: Prof. Josef Böhm (1907-1984)

Böhm war Kapellmeister bei den Wiener Sängerknaben unter Rektor Josef Schnitt und gleichzeitig dessen Vertreter. Außerdem war er Organist in der Wiener Hofburgkapelle und übernahm später für viele Jahre die Verwaltung der Hofmusikkapelle. Böhm war Initiator und Betreuer der Choralschola in den ersten Anfängen.

1953 – 1956: Kapellmeister Franz Krauss

Über Krauss findet man leider keinerlei biographische Details. Er trat in den 50er Jahren oft als Dirigent im Musikvereinssaal auf, Aufzeichnungen dazu sind in den archivierten Programmen ersichtlich.

1956 – 1965: OStR Prof. Alois Apfelauer (1912-2007)

Apfelauer absolvierte das Studium der Orgel und Kirchenmusik sowie ein Kapellmeisterstudium. Er war als Lehrer am Gymnasium Floridsdorf tätig und war Gründer und Leiter des dortigen Knabenchores. Weiters wirkte er als Komponist (10 lateinische Messen) und wurde 1956 zum Leiter des Wiener Lehrer-a cappella-Chores ernannt. Er leitete zahlreiche Aufführungen im Großen Musikvereinssaal, oft mit Beteiligung seines Knabenchores, bevor er 1965 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärte. Fortan war er weiterhin Lehrer am Gymnasium sowie an der Lehrerakademie in Strebersdorf. Er schuf zahlreiche Kompositionen und arbeitete auch im Bereich der Heimatkunde Strebersdorfs.

1965 – 1972: Prof. Karl Schnitzer (1928-2015)

Schnitzer war Lehrer am Gymnasium Hegelgasse sowie an der Lehrerbildungsanstalt. Er strukturierte den Wiener Lehrer-a cappella-Chor, indem er zahlreiche StudentInnen als neue SängerInnen gewann. Der Chor erreichte so eine beachtliche Größe und wurde dank seiner Radiosendung auch in den Medien präsent. In seine Zeit fiel auch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Heinz Conrads (!). Der Chor machte unter seiner Leitung eine Konzertreise nach England und Deutschland. 1972 legte er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder.

1972 – 2013: Prof. Mag. Günter Knotzinger (*1943) / Ehrenchorleiter & Ehrenvorsitzender

1943 in Wien geboren, studierte er an der Musikakademie Wien Musikerziehung und Chorleitung bei Prof. Hans Gillesberger und Reinhold Schmid und Tonsatz bei Ernst Titel. Er besuchte außerdem die Dirigentenklasse bei Hans Swarovsky. An der Universität Wien studierte er Mathematik, unterrichtete an der AHS und war in der Lehrerausbildung an der Pädagogischen Akademie der Erzdiözese Wien tätig.

Er widmet sein musikalisches Leben großteils der Chormusik, ist Referent zahlreicher Chorseminare und Juror bei Chorwettbewerben und arbeitete auch mit Prof. Erwin Ortner bei der internationalen Chorakademie in Krems zusammen. Seine zahlreichen Kompositionen und musikalischen Bearbeitungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Er erhielt wichtige Auszeichnungen, wie die „Goldene Chorleiternadel“, das „Silberne und Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“, die „Jaksch-Plakette für besondere Verdienste im Rahmen des Sängerbundes für Wien und NÖ“, das „Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien“ und das „Ritterkreuz des päpstlichen Gregoriusordens“.

Von 1972 bis 2013 war Mag. Günter Knotzinger künstlerischer Leiter des Wiener Lehrer-a cappella-Chores. Er war auch mit der Leitung mehrerer anderer gemischter Chöre und Männerchöre betraut und feierte mit seinem Knabenchor des BG XXI große Erfolge (u.a. Mitwirkung bei der Wiener Erstaufführung von Leonard Bernsteins „Mass“ und beim Auftreten der Popgruppe ABBA in der Wiener Stadthalle). 2005/06 leitete er als interimistischer Domkapellmeister den Domchor und die Kantorei St. Stephan.

2014 – laufend: Maximilian Opll (*1978)

Biographie siehe Chorleiter